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Wenn Generationen voneinander lernen
Foto: André Chrost

Wenn Generationen voneinander lernen

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Jennifer von Glahn

In vielen Unternehmen zeigt sich, dass die Zukunft der Arbeit nicht allein durch technische Innovationen entsteht, sondern vor allem durch Menschen, die miteinander wachsen. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit bei der AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH.

Michael Stahlhut schnappt sich an diesem Morgen sein Tablet und öffnet gemeinsam mit einem Auszubildenden in der Ausbildungswerkstatt der AGR in Herten eine digitale Arbeitsanleitung. Für Michael Stahlhut ist die Freude am Beruf bei der AGR an kein Alter gebunden; Alt und Jung arbeiten hier Schulter an Schulter. „Was mich antreibt, ist der Austausch, das Gefühl, gemeinsam mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen etwas zu gestalten und voneinander zu lernen.“ Das betrifft nicht nur Technik und Fachwissen, sondern auch Werte, Haltung und Verantwortung. Ähnlich sieht es Guido Albrecht, Ausbilder und seit Jahrzehnten in der Industrie zuhause. Wenn er mit jungen Leuten wie dem 19-jährigen Luke Schmidt arbeitet, merkt er, wie viel Wissen über die Jahre in ihm gewachsen ist. „Wir teilen Wissen, das man nicht in einer Anleitung findet. Dann finden wir gemeinsam mit unseren Auszubildenen Lösungen“, so Albrecht. Seine Erfahrungen weiterzugeben, beschreibt er nicht als Pflicht, sondern als Privileg.

Wertvoller Austausch

Gleichzeitig ist der Austausch keine Einbahnstraße. Albrecht hatte sich einst vor Jahrzehnten geschworen, „nie einen Rechner zu kaufen“. Heute lacht er darüber. Mobile Freigabe-Apps, digitale Recherche auf der Anlage, Updates und Dokumentation: Die jungen Kolleginnen und Kollegen haben ihm Türen geöffnet, die früher verschlossen schienen. „Ich lerne von der jungen Generation ständig dazu, und zwar gern“, so Albrecht. Auch für Luke Schmidt ist die Zusammenarbeit wertvoll: „Ich sehe, wie viel Routine und Wissen hinter der jahrzehntelangen Berufserfahrung steckt“, so der 19-jährige angehende Industriemechaniker, Fachrichtung Instandhaltung. Wenn er und Albrecht gemeinsam eine digitale Arbeitsanweisung erstellen oder eine Freigabe im System ausfüllen, ergänzen sie sich hervorragend. Der Ältere erklärt, wie man präzise arbeitet und worauf es handwerklich ankommt, der Jüngere zeigt, welche Felder im System angeklickt werden müssen. Beide Perspektiven machen den Prozess runder.

V.l.: Guido Albrecht, Luke Schmidt, Michael Stahlhut
Michael Stahlhut – drei Generationen, die beruflich voneinander profitieren. Foto: André Chrost

Lebendiger Beruf

Der Austausch setzt sich auch außerhalb der Werkbank fort. In Pausen spricht man über soziale Medien oder neue Apps. Manchmal zeigt Luke seinem Ausbilder eine Anwendung, die er selbst im Alltag nutzt. Guido Albrecht nutzt solche Einblicke später für Recherchen oder kleine Helfer im Arbeitsalltag. Gleichzeitig erzählen die erfahrenen Kollegen von Berufssituationen, die man nur durch Erleben versteht. „Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Aber gerade diese bringen Energie in den Arbeitsalltag“, so der Ausbilder. „Manchmal fragen mich die Auszubildenden, warum sie etwas so machen sollen und dass sie es anders sehen.“ Doch statt auf Autorität zu setzen, probiert er den neuen Weg oft mit ihnen aus, nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung. Denn manchmal führt gerade die unkonventionelle Idee zu einer besseren Lösung. So bleibt der Beruf lebendig, für jene, die ihn seit Jahrzehnten prägen, und für die, die gerade erst lernen, was in ihnen steckt.

Info
AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH

Im Emscherbruch 11
45699 Herten

02366 300-0
https://www.agr.de/

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