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Powerfrau aus Überzeugung
Foto: Marco Steppniak

Powerfrau aus Überzeugung

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Michael Polubinski

Wer Melanie Baum beim Gang durch die Betriebshalle ihres Zerspanungswerks an der Benzstraße folgen will, muss flott auf den Beinen sein. Wie die Powerfrau ein solches Unternehmen innovativ und gleichzeitig mit Herz führt erklärt sie voller Elan.

Melanie Baum ist Inhaberin und Geschäftsführerin einer Firma, in der gedreht, gefräst und gebohrt wird. Im Jahr 2009 stieg Melanie Baum in das Familienunternehmen ein. Zwei Jahre später wurde sie Teil der Geschäftsführung. Seit 2016 ist sie alleinige Inhaberin, jedoch nicht als Erbin. Sie hat einen Kredit von fünf Millionen aufgenommen und den Betrieb von ihrem Vater abgekauft, zu einer Zeit, als das Werk in einer Krise steckte und die wirtschaftlichen Bedingungen wenig vorteilhaft waren.

Familiäre Atmosphäre

Nach Aufenthalten im Ausland studierte Melanie Baum Kulturwissenschaften, Betriebswirtschaftslehre und Soziologie an der TU Dortmund. Besonders die Themenbereiche Personal und Kommunikation kann sie in ihrem Unternehmen hervorragend umsetzen - und tut es auch. Im Familienbetrieb Baum dürfen sich die Mitarbeiter wie in einer Familie fühlen. Für die Unternehmerin bedeutet das, der Belegschaft auch auf menschlicher Ebene zu begegnen und zu wissen, was die Mitarbeiter bewegt. Wer sich im Betrieb aufhält, gewinnt den Eindruck, als würden Freunde gemeinsam arbeiten. Zur Atmosphäre zählt eine offene Fehlerkultur: "Nur aus Fehlern kann man lernen." Mit dem Mythos, wonach ein Chef alles kann und perfekt ist, räumt Melanie Baum auf, da sie damit nichts anfangen kann. Authentisch zu sein und zu bleiben, ist ihr viel wichtiger.

Wer Melanie Baum beim Gang durch die Betriebshalle ihres Zerspanungswerks an der Benzstraße folgen will, muss flott auf den Beinen sein. Wie die Powerfrau ein solches Unternehmen innovativ und gleichzeitig mit Herz führt, erklärt sie voller Elan.

Herzenssache

Der "Große Preis des Mittelstandes" ist eine der Auszeichnungen der Vizepräsidentin der IHK Nord Westfalens, und das ist nur eine ihrer vielfältigen Funktionen. Aktiv unterstützt die Marler Unternehmenschefin das Forschungsprojekt "Westfälische Erfinderinnen". Hierbei geht es darum, innovative Frauen sichtbar zu machen, da Frauen im Zusammenhang mit Innovation häufig unterrepräsentiert sind. Zwischen 1987 und 2019 wurden nur zehn Prozent aller Patente in Deutschland von weiblichen Personen angemeldet. Bei diesem Thema erwischt man Melanie Baum auf dem richtigen Fuß. Ihren Mut und ihre Entschlossenheit will sie weitergeben und setzt dafür vieles in Bewegung. Mädchen für MINT-Berufe zu interessieren, ist für sie eine Herzensangelegenheit. Ihre eigene Entwicklung soll anderen jungen Frauen Appetit machen.

MINT-Missionarin

So wirbt Melanie Baum in Marler Schulen für ihre MINT-Mission. Schulklassen sehen sich vor Ort an der Benzstraße im Zerspanungswerk um. Zusätzlich befeuert der Fachkräftemangel ihr Engagement. Es klingt fast beschwörend, wenn sie Mädchen die Angst vor ihrer Branche nehmen will: "Es ist nur ein Vorurteil, dass körperliche Kraft gebraucht wird. Sechzehn Tonnen hebt auch kein Mann." Frauenpower hat einen Namen: Melanie Baum.

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