Baseball, Beats und jede Menge Ehrenamt: Mit den Infield Vibes zeigen die Marl Sly Dogs, wie viel Festival-Power in einem Sportverein stecken kann – und gehen diesen August in die nächste Runde.
Meistens feiert ein Verein sein Jubiläum mit Bratwurst, Hüpfburg und Musik aus dem Laptop. Die Marl Sly Dogs hatten zum 30. Geburtstag eine andere Idee: Sie machten aus ihrem Baseballfeld ein Festivalgelände. Aus der Geburtstagsparty wurde Infield Vibes – ein DJ-Festival, das im vergangenen Jahr mehr als 2.100 Gäste auf die Anlage lockte und in Marl für offene Münder sorgte.
„Ich glaube, wir haben einfach gezeigt, was so ein Verein auf die Beine stellen kann“, sagt Damian Kaiser, Abteilungsleiter Baseball bei den Sly Dogs. Vormittags gab es den US Sports Day, abends dann Festival. Mit Headlinern wie Moguai und Phil Fuldner, großer Bühne, Lichtshow und viel Ehrenamt entstand ein Abend, den viele dem Verein vorher wohl nicht zugetraut hätten. „Die Leute haben Bilder gepostet und wurden gefragt: Wo bist du denn?“, erzählt Kaiser. Niemand habe geglaubt, dass in Marl so etwas möglich sei. Beschwerden? Fehlanzeige. Stattdessen: viel Resonanz, viel Staunen und ein Imagegewinn für den Verein.
Große Bühne, großer Einsatz
Dabei war der Weg dorthin alles andere als leicht. Viele hätten das Projekt anfangs für verrückt gehalten: zu teuer, zu groß, zu riskant. Doch genau darin liegt die Sly-Dogs-DNA: „Gibt’s nicht, gibt’s nicht. Es gibt nur Lösungen und keine Probleme“, schmunzelt Kaiser. Getragen wurde das Festival vor allem vom Ehrenamt. Mitglieder standen an Theken, organisierten, bauten auf und packten an. „Unsere Mitglieder haben das Teuerste gegeben, was sie haben: ihre Zeit“, sagt Kaiser.
Am 29. August soll Infield Vibes in die zweite Runde gehen – mit mehr Erfahrung, besserer Organisation und größerem Line-up. Wieder dabei sind Moguai und Phil Fuldner, dazu kommen unter anderem Salvatore Mancuso, Meks, Baecker und Hausmacht. Der US Sports Day wurde bereits im April separat veranstaltet, damit die große Sause besser gestemmt werden kann.
Feiern für den Nachwuchs
Reich werden wollen die Sly Dogs damit nicht. Solange am Ende kein Minus steht, sei schon viel gewonnen. Sollte diesmal ein Plus übrigbleiben, fließt es direkt in den Verein – vor allem in den Nachwuchsbereich. Denn Baseball ist kein günstiger Sport: Handschuhe, Schläger, Trikots, Trainer, Ausrüstung – vieles muss regelmäßig neu angeschafft werden. Kinder können bei den Sly Dogs zunächst kostenlos mittrainieren und bekommen Material gestellt. „Ein Handschuh wächst nicht mit der Hand mit“, bringt Kaiser es auf den Punkt.
So wird aus einem DJ-Festival mehr als ein lauter Sommerabend. Infield Vibes zeigt, was möglich ist, wenn ein Verein groß denkt, eine Stadt überrascht und Ehrenamt nicht nur mit anpackt, sondern richtig aufdreht.