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Brasilien oder Italien, Hauptsache Marl
Foto: Marco Stepniak

Brasilien oder Italien, Hauptsache Marl

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Im Casa del Gelato an der Hülsstraße bleibt vieles vertraut – und doch weht ein neuer italienisch-brasilianischer Wind durch die alte Eisdielen-Institution.

Seit den 70er-Jahren gehörte mit Mamma Zeolla eine Eisdiele zur Hülsstraße 12. Viele Marlerinnen und Marler verbinden mit dem Standort Erinnerungen, Stammplätze und kleine Alltagsrituale. Dass hier wieder Eis verkauft wird, war Bilal Elsabeh deshalb besonders wichtig. Seit zwei Jahren gehört ihm das Haus – und als der Mamma-Zeolla-Betreiber Antonio ihm sagte, dass er aufhören will, war schnell klar: Dieser Ort soll bleiben, was er für viele immer war. Ein Treffpunkt.

Mit Alexander und Maiara Barzan ist im Casa del Gelato nun ein neues und herzliches Betreiberpaar eingezogen. Die beiden bringen nicht nur viel Erfahrung mit, sondern auch eine besondere Geschichte: italienische Wurzeln, brasilianische Lebensfreude und ein echtes Gespür dafür, wie man Menschen willkommen heißt.

Produziert wird das Eis direkt vor Ort, morgens ab sieben Uhr. Die Milch kommt von einem Bauern aus Lünen, Erdbeeren sollen möglichst aus Marl bezogen werden, viele weitere Zutaten aus Italien. Die Kugel kostet 1,60 Euro, egal welche Sorte.

Dabei bleibt vieles bewusst vertraut. Vom alten Interieur wurde fast alles gelassen, damit sich die Gäste weiterhin an „ihre“ Eisdiele erinnert fühlen. Wirklich neu ist nur die Kaffeemaschine – und der eigene Kaffee.

Für Bilal Elsabeh geht es nicht nur um Eis. Viele ältere Menschen kämen regelmäßig vorbei, manche allein. „Sie kommen als Kunden und gehen als Freunde“, sagt er. Diese Nähe zeigt sich auch in den Aktionen: Am Eröffnungstag gab es für jeden Gast eine Kugel Eis gratis, zu Ostern wurde italienische Schokolade verlost.

Geplant ist außerdem eine besondere Eissorte, deren Mehrerlös von 50 Cent pro Kugel einen Monat lang an das örtliche Hospiz gespendet werden soll. Dauerhaft gibt es Kaffee mit Kuchen oder Waffel für fünf Euro, damit der Besuch für alle machbar bleibt. So bekommt eine vertraute Institution ein neues Kapitel, ohne ihren alten Charme zu verlieren.

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