Zum Inhalt springen
Alles optimarl
Foto: André Chrost

Alles optimarl

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Lernen, das nach Zukunft schmeckt: Am Gymnasium im Loekamp beweist die Schülerfirma optimarl, wie aus einer Idee, Teamwork und Nachhaltigkeit ein Produkt wird .

Wer hat Lust auf Schülerfirma?“ Diese Frage stand am Anfang von optimarl – und sie hat offenbar einen Nerv getroffen. Im Rahmen von Projekttagen am Gymnasium im Loekamp wurde herumgefragt, wer mitmachen will. Melden taten sich so viele, dass sogar ausgelost werden musste, wer schlussendlich dabei ist. Im Januar hat optimarl seinen ersten Geburtstag gefeiert. Aus der spontanen Idee ist in kurzer Zeit eine richtige Schülergenossenschaft geworden.

Elf Schülerinnen und Schüler gehören zum Team. Die zündende Idee kam dort, wo sie jeden Tag sichtbar ist: in der Schulkantine. „In allem war irgendwie Zucker oder Farbstoff drin.“, erzählt Hanna. Also beschloss die Gruppe, einen Eistee zu entwickeln, der schmeckt und dabei auch noch gesund ist. Gesüßt wird mit Honig aus den schuleigenen Bienenstöcken. Und bei den Früchten nutzt optimarl das, was sonst aussortiert wird: Die Schülerfirma fragt regelmäßig bei Bioläden und lokalen Supermärkten an und verarbeitet genießbares Obst weiter. Aus „nicht mehr hübsch genug fürs Regal“ wird dann eben doch noch ein Rohstoff.

Klingt einfach – war es aber nicht. „Es ist so viel schiefgegangen am Anfang“, erzählt Hanna und lacht. Mischverhältnisse, Geschmack, Haltbarkeit: Es brauchte viele Versuche, bis der Eistee zuverlässig funktionierte. Aufgeben war keine Option. Irgendwann hatten sie den Dreh raus.

Team Optilmarl
Haben alles im Griff: Die Schülerfirma optimarl möchte mit ihrem gesunden und nachhaltigen Eistee expandieren. Foto: André Chrost

Nach Berlin und ins Regal

Damit das Ganze nicht im Chaos endet, gibt es feste Aufgabenbereiche: Produktion, Marketing, Buchhaltung, Organisation, unter der Aufsicht von Geschichts- und Sozialwissenschaftslehrer Herrn Pothmann. Melda, Theo und Lelland bilden den Vorstand. „Wir wurden nach einem Wahlverfahren ganz demokratisch gewählt“, sagt Theo. Und Lelland ergänzt: „Wir haben danach geklärt, wer welche Posten übernimmt.“ Im Alltag heißt das aber nicht: jeder nur sein Kästchen. „Wir sind über all mit dabei. Und unterstützen jeden Bereich“, sagt Melda.

Dass optimarl mehr ist als eine Schulidee, zeigte spätestens die Finalteilnahme 2025 beim Förderprogramm „youstartN“ der Stiftung Bildung: 184 Schülerfirmen gingen ins Rennen. Optimarl landete als einzige Gruppe aus NRW unter den Top 25 und durfte in Berlin beim großen Finale präsentieren. Für ein Projekt, das da mals erst acht Monate alt war, ist das ein Statement.

Und jetzt? optimarl soll weiter wach sen. „Wir versuchen gerade, auch jüngere Schüler für das Projekt zu kriegen“, sagt Theo. Damit die Genossenschaft nicht endet, wenn der Jahrgang 2027 Abi macht. Und auch der Verkauf soll den nächsten Schritt gehen: nicht nur bei Schul- und Stadtfesten, sondern perspektivisch auch im Handel. Kurz gesagt: optimarl will raus aus der Schule. Ohne die Schule zu verlieren.

Info
Gymnasium im Loekamp (GiL)

Loekampstraße 80
45770 Marl

Artikel teilen:

Mehr aus Ihrem Vest: